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Seferi vs. Stankovic
Seferi vs. Mitreski


   


Auf den ersten Blick ein typischer Boxer

Nuri Seferi hat zwei Seiten. Da ist der kräftige, kantige Profiboxer mit dem gestochen scharfen Blick. Und da ist der ruhige und freundliche Familienvater aus Burgdorf, der eher leise spricht, aber Dinge sagt wie, er wolle den Gegner «umhauen» und «zerstören».

«Sobald ich den Ring betrete, bin ich ein anderer Mensch. Dann will ich nur noch kämpfen und siegen.»

Der albanisch-schweizerische Doppelbürger kennt den beschriebenen Widerspruch und ist stolz darauf. Er verweist auf sein Vorbild Mike Tyson, der im Ring zum «Killer» mutierte, davor und danach aber ein lieber Mensch sei. «Albanian Tyson» lautet denn auch der Spitzname des 35-Jährigen. Medien hatten ihm diesen Rufnamen im Verlauf seiner Karriere gegeben. Jedoch nicht aufgrund des Charakters, sondern seines Boxstils, der ähnlich dem der amerikanischen Legende nicht auf Abwarten beruht, sondern auf Angriff.

Die eine Niederlage

20 Jahre ist es her, dass die Familie Seferi aus Mazedonien flüchtete und nach Burgdorf zog. Die ersten Monate in der Schweiz waren für den damals 15-Jährigen sehr hart. Sowohl das Land wie auch die Sprache waren ihm fremd. Und weil er für die obligatorische Schule zu alt war, half ihm das Boxen bei der Integration. Schnell kamen die Erfolge. Nach mehreren Schweizer-Meister-Titeln bei den Amateuren feierte Seferi im März 1999 sein Profidebüt. Mittlerweile ist er bei 31 Siegen und 6 Niederlagen angelangt. Ihm seien vor allem die Misserfolge geblieben, sagt er. Im Jahr 2006 verlor er gegen den amtierenden Weltmeister im Cruisergewicht Marco Huck nach Punkten. Obwohl er angeschlagen und ohne Vorbereitung in den Kampf stieg, forderte er den Deutschen über die volle Distanz. Heute bereut der 1,78 Meter grosse Seferi, den Kampf angenommen zu haben. «Mein sturer Kopf erlaubte es mir damals nicht, Nein zu sagen.» Ein Rückkampf gegen Huck ist das grosse Ziel des Berners. Denn an seinem Traum, Weltmeister in einem der wichtigen Verbände zu werden, hat sich nichts geändert. Seit vier Jahren und 10 Kämpfen ist er ungeschlagen und holte in dieser Zeitspanne unter anderem auch den EM-Titel. Mit einem Sieg am Samstag im Stade de Suisse hofft er, sich für einen sogenannten Elimination-Fight zu empfehlen, dessen Gewinner gegen den Weltmeister antreten kann.

Seferi gibt sich selbstbewusst. Er ist überzeugt davon, den Rumänen Giulian Ilie (18 Siege, 5 Niederlagen) zu besiegen. Nur einmal bröckelt seine selbstsichere Fassade. Im vergangenen Jahr musste er sich einen Knochentumor am Schienbein entfernen lassen. Seitdem ziert eine 20 Zentimeter lange Narbe sein Bein. Auf die Verletzung angesprochen, weicht der Boxer Seferi wieder dem Menschen Seferi: «Ganz ehrlich, ich kann nicht ausschliessen, dass mich die Verletzung belasten wird.»


Quelle: Berner Zeitung
03.07.2012